Donnerstag, 27. August 2015

Am Grab der hl. Monika (2)

Grabkapelle der hl. Monika, S. Agostino, Rom


Monika, Mutter. Monika wurde um 332 zu Tagaste in Numidien, das ist das heutige Souk-Ahras in Algerien, geboren. Sie stammte von christlichen Eltern, wurde jedoch mit dem heidnischen Beamten Patricius verheiratet. Monika verfolgte den erfolgreichen Studienverlauf ihres jüngeren Sohnes Augustinus durchaus mit mütterlichem Stolz. Doch seine religiöse Entwicklung, die ihn immer mehr vom wahren Glauben wegführte, erfüllte sie mit großer Sorge. In Gebet und Tränen bestürmte sie immer wieder aufs Neue Gott, er möge ihren Sohn von seinem liederlichen Leben abbringen und seinem Suchen in den religiösen und philosophischen Zeitströmungen ein Ende setzen. Augustinus freilich versuchte sich seiner Mutter zu entziehen, um ungehindert seinen eigenen Weg zu gehen. Durch eine Täuschung ließ er sie 384 in Karthago zurück, als er mit einem Schiff nach Rom fuhr, wohin er seine Lehrtätigkeit verlegen wollte. Monika aber folgte ihrem Sohn und traf ihn in Mailand. Sie erlebte noch die Freude, dass sich Augustinus von Ambrosius taufen ließ.
Als Monika dann nach Afrika zurückkehren wollte, starb sie überraschend im Herbst 387 zu Ostia bei Rom. Vor ihrem Tod hatte sie ein tiefes Gespräch mit ihrem neugetauften Sohn über die Unsterblichkeit der Seele. Über ihren Tod schreibt Augustinus in seinen Confessiones: „Sie starb nicht elend, ja, sie ist überhaupt nicht gestorben, das bezeugen ihr frommes Leben und ihr unverfälschter Glaube.“ (Conf. 9,12). Ihr Gedenktag ist der 27. August, Monikas Leib ruht in der Kirche San Agostino in Rom.
(Martyrologium Sancrucense)



Liebe Brüder und Schwestern!

Wir gedenken heute der heiligen Monika und morgen ihres Sohnes, des heiligen Augustinus: Ihr Zeugnis kann für viele Familien unserer Zeit von großem Trost und von großer Hilfe sein. Monika stammte aus einer christlichen Familie in Thagaste im heutigen Algerien (Souk Ahras). Sie lebte in beispielhafter Weise ihre Sendung als Ehefrau und Mutter und half ihrem Mann Patricius, nach und nach die Schönheit des Glaubens an Christus und die Kraft der Evangelium gemäßen Liebe zu entdecken, die das Böse durch das Gute besiegen kann. Nach dem vorzeitigen Tod ihres Mannes widmete sich Monika mutig der Pflege ihrer drei Kinder, unter ihnen – neben Navigius und Perpetua – Augustinus, der sie am Anfang unter seinem ziemlich rebellischen Temperament leiden ließ. Wie Augustinus später selbst sagen wird, zeugte ihn seine Mutter zweimal. Das zweite Mal erforderte eine lange spirituelle Qual aus Gebet und Tränen, die aber am Ende von der Freude gekrönt wurde, dass sie ihn nicht nur den Glauben annehmen und die Taufe empfangen sah, sondern auch dadurch, dass er sich ganz dem Dienst an Christus weihte. Wie viele Schwierigkeiten gibt es auch heute in den familiären Beziehungen, und wie viele Mütter quälen sich, weil sich die Kinder auf falsche Wege begeben! Monika, eine weise und im Glauben gefestigte Frau, fordert sie dazu auf, den Mut nicht zu verlieren, sondern in der Sendung als Ehefrau und Mutter zu beharren, das Vertrauen auf Gott zu bewahren und mit Ausdauer am Gebet festzuhalten.

Was Augustinus betrifft, war seine ganze Existenz eine leidenschaftliche Suche nach der Wahrheit. Nicht ohne lange innere Pein entdeckte er schließlich in Christus den letzten und vollen Sinn seines Lebens und der ganzen menschlichen Geschichte. In seiner Jugend hatte ihn die irdische Schönheit angezogen, und er "warf sich" – wie er selbst offenbart (vgl. Bekenntnisse 10,27-38) – egoistisch und Besitz ergreifend auf sie, mit einem Verhalten, das seiner frommen Mutter nicht wenig Schmerz zufügte. Über einen mühseligen Weg und auch dank ihrer Gebete öffnete sich Augustinus aber immer mehr der Fülle der Wahrheit und der Liebe, bis zu seiner Bekehrung, die unter der Leitung des heiligen Bischofs Ambrosius in Mailand geschah. So bleibt er Vorbild des Hingehens zu Gott, der die höchste Wahrheit und das höchste Gut ist. "Spät habe ich dich geliebt", schreibt er im berühmten Werk der Bekenntnisse; "du Schönheit, so alt und doch so neu, spät habe ich dich geliebt! Und siehe, du watest im Innern, und ich war draußen und suchte dich dort… Mit mir warst du, und ich war nicht mit dir… Du riefst und schriest und brachst meine Taubheit. Du schillertest, glänztest und schlugst meine Blindheit in die Flucht" (ebd.). Der heilige Augustinus möge auch uns das Geschenk einer aufrichtigen und tiefen Begegnung mit Christus erlangen, uns und insbesondere all jenen jungen Menschen, die nach dem Glück dürsten, dabei falsche Wege durchlaufen und sich in Sackgassen verlieren.

Die heilige Monika und der heilige Augustinus laden uns dazu ein, uns voller Vertrauen der Jungfrau Maria zuzuwenden, dem Sitz der Weisheit. Ihr vertrauen wir die christlichen Eltern an, auf dass sie den Weg ihrer Kinder wie Monika mit persönlichem Vorbild und Gebet begleiten. Der jungfräulichen Mutter Gottes empfehlen wir die Jugend an, damit sie wie Augustinus immer nach der Fülle der Wahrheit und der Liebe strebe, die Christus ist: Er allein kann die tiefste Sehnsucht des menschlichen Herzens stillen.


(Papst Benedikt XVI. am 28. August 2006)

Am Grab der hl. Monika (1)

Hier ruht der Leib der hl. Monika, hl. Monika bitte für uns

Mittwoch, 26. August 2015

Hl. Mirjam von Abellin

Statue der hl. Mirjam von Abellin im Karmelitinnenkloster in Bethlehem


Mirjam von Abellin, Karmelitin. Mirjam war Araberin und wurde 1845 in Abellin in Galiläa geboren, sie hieß eigentlich Maria Baouardy und ihre Eltern gehörten der katholischen Kirche des griechischen Ritus an. Acht Tage vor der Verheiratung erklärte das Mädchen, es wolle nicht heiraten, sondern Jungfrau bleiben. Einen Teil der folgenden Nacht brachte sie im Gebet vor einem Bild der Gottesmutter zu und bat um Hilfe. Im Schlaf sagte ihr eine Stimme diese Hilfe zu. Mirjam erwachte, schnitt ihre langen Haare ab und legte sie samt den Edelsteinen, die sie von ihrem Verlobten erhalten hatte, beiseite. Inzwischen hatte ihr Onkel zum Hochzeitsmahl Freunde und Bekannte eingeladen. Nach orientalischer Sitte musste die Braut in vollem Schmuck vor den Hochzeitsgästen erscheinen, aber Mirjam brachte an Stelle der üblichen Getränke ihre mit Gold und Edelsteinen gezierten Haare.
Nachdem so die Hochzeit geplatzt war, trat Mirjam 1867 in Pau in Frankreich bei den unbeschuhten
Karmelitinnen ein, wurde nach Mangalore in Indien geschickt und legte dort 1870 ihr Gelübde ab. 1872 kehrte Mirjam nach Frankreich zurück, 1875 gründete sie in Bethlehem ein Kloster. Immer wieder hatte sie tiefe mystische Erlebnisse, ihr Leben war erfüllt von außerordentlichen Charismen, die schließlich in ihrer Stigmatisierung mit den Wundmalen Jesu gipfelten. Mirjam starb im Alter von 33 Jahren am 26. August 1878 in ihrem Karmel in Bethlehem.
(Seligsprechung am 13.11.1983, Heiligsprechung am 17.5.2015) 
(Martyrologium Sancrucense)

reblogged, Reliquienschrein v. Mirjam v. Abellin in der Josefskirche, Karmel Bethlehem


Bei der Seligsprechung am 13. November 1983 in St. Peter in Rom sagte Papst Johannes Paul II.:

"Höre, Tochter, sieh her und neige dein Ohr... " (Ps 45,11). Diese Psalmworte wendet die Kirche heute auf Schwester Maria vom gekreuzigten Jesus, eine unbeschuhte Karmeltin, an, die in jenem Land geboren wurde, in welchem Jesus von Nazareth gelebt hat... "Höre, Tochter!" Ja, der Weg von Schwester Maria zu ihrem göttlichen Bräutigam ist tief in die Erinnerung des Gottesvolkes eingeschreiben. Heute krönt sie die Kirche mit dem Akt der Seligsprechung und will damit Zeugnis geben von der besonderen geistlichen Schönheit jener Tochter des Heiligen Landes, einer Schönheit, die im Lichte des Erlösungsgeheimnisses herangereift ist, unter den Strahlen der Geburt und der Lehre, des Kreuzes und der Auferstehung Jesu Christi...
Die Lesungen der heutigen Liturgie sind ein großartiger Kommentar zum Leben von Schwester Maria vom gekreuzigten Jesus, die in der Nähe von Nazareth geboren wurde und mit 33 Jahren im Karmel vom Bethlehem starb. Ihre Liebe zu Christus war stark wie der Tod. Die schmerzlichsten Prüfungen haben diese Liebe nicht zum Verlöschen gebracht, sondern sie im Gegenteil geläutert und gestärkt. Und sie hat alles für diese Liebe gegeben.
Das ganze Leben der kleinen Araberin, die erfüllt war von außerordentlichen mystischen Gaben, war im Lichte des Heiligen Geistes die bewußte und unwiderrufliche Antwort auf die Berufung zur Heiligkeit, das heißt auf jenen ewigen Heilsplan, vom dem der hl. Paulus spricht und den die göttliche Barmherzigkeit für jeden von uns festgelegt hat. Das Leben der Schwester Maria vom gekreuzigten Jesus ist die Frucht jener höchsten "evangelischen" Weisheit, mit der es Gott gefallen hat, die Kleinen und Armen auszustatten, um die Mächtigen zu beschämen. Die kleine Mirjam, die mit großer Seelenreinheit, mit wachem Naturverstand und jener dichterischen Phantasie begabt war, wie sie für die semitischen Völker typisch ist, hatte nicht die Möglichkeit, sich höheren Studien zu widmen. Das hinderte sie aber dank ihrer hervorragenden Tugend nicht daran, von jener "Kenntnis" erfüllt zu sein, die den höheren Wert besitzt und die uns zu schenken Christus am Kreuz gestorben ist: Die Kenntnis des trinitarischen Geheimnisses, eine so bedeutende Perspektive in der christlichen Spiritualität des Ostens, in welcher die kleine Araberin erzogen worden war.

Wie im Seligsprechungsdekret zu lesen ist, "ist die demütge Dienerin Christi, Maria vom gekreuzigten Jesus, die durch Herkunft, Ritus, Berufung und Wanderungen zu den Völkern des Orients gehörte und gewissermaßen deren Vertreterin ist, gleichsam ein Geschenk an die Universalkirche von seiten derer, die sie in ihrer unglücklichen, vom Kampf und Blut gezeichneten Lage gerade jetzt mit großem inneren Vertrauen um ihre schwesterliche Fürsprache bitten. Sie haben die Hoffnung, daß auch durch die Gebete der Dienerin Gottes endlich Friede und Eintracht in jenen Ländern wiederhergestellt werden, wo "das Wort Fleisch geworden ist", da Er selbst unser Friede ist.

Die selige Maria vom gekreuzigten Jesus ist in Galiläa geboren. Darum soll unser Gebetsgedenken heute in besonderer Weise dem Land gelten, wo Jesus die Liebe gelehrt hat und gestorben ist, damit die Menschheit versöhnt werde...
Loben wir zusammen mit Christus den Vater, weil er den Augen der Seele von Schwester Maria vom gekreuzigten Jesus das Geheimnis der Wahrheit und der Liebe geoffenbart und ihr Anteil an der Herrlichkeit seines Reiches gegeben hat.
(in: F. Holböck, Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Bd. 1, 162ff)


Reliquie der hl. Mirjam von Abellin (Baouardy), Josefskirche in Bethlehem

Im Kloster der hl. Mirjam 

Gesang der Liebe - Venite adoremus
(aus: Benedikt Stolz, Mirjam von Abellin 260f)

Der Liebe meine Liebe! - O Könige der Erde - 
kommt, laßt uns ihn anbeten!

Ich singe die Großtaten, die Macht unseres Schöpfer:
kommt, laßt uns ihn anbeten.

Denn wir sind das Werk seiner Hände, der Preis seines Blutes:
kommt, laßt uns ihn anbeten!

Es gibt keinen Gott, der ihm ähnlich wäre, denn alles ist nichts:
kommt, laßt uns ihn anbeten!

Kommt ihr alle, die ihr auf der Erde seid,
haltet euch nicht auf bei dem, was von der Erde ist,
denn alles ist nichts als Eitelkeit
und wird enden in einem Augenblick:
kommt, laßt uns ihn anbeten!

Wir sind nur Pilger und Verbannte auf dieser Erde:
kommt, laßt uns ihn anbeten!

Er ist unser König, er ist unser Vater:
kommt, laßt uns ihn anbeten!

Fallen wir nieder zu seinen Füßen:
kommt, laßt uns ihn anbeten!

Kommt ihn zu loben, zu benedeiten;
sagen wir mit Herz und Mund:
Es gibt keinen Gott, der ihm ähnlich wäre:
kommt, laßt uns ihn anbeten!

Beten wir an die Dreifaltigkeit, den dreieinigen Gott.
O unbegreifliches Geheimnis!
Kommt, laßt uns ihn anbeten!

Denn sein Zorn ist fürchterlich:
kommt, laßt uns ihn anbeten!

Das Tier, die wilde Bestie zittert vor ihm;
sein Zorn läßt die Erde erbeben!
Ihr Bösen, kommt, laßt uns ihn anbeten!

Seine Güte ist väterlich für die, die ihn suchen:
Kommt, laßt uns ihn anbeten!

Seine Güte, seine Barmherzigkeit sind für die Gerechten:
Kommt, laßt uns ihn anbeten!

Die ganze Erde, die wilden Tiere,
sie freuen sich in tiefer Ehrfurcht:
Kommt, laßt uns ihn anbeten!

Samstag, 22. August 2015

Kein Wunder, dass du fröhlich bist

Ein Portal der Kathedrale in Metz ist der Jungfrau Maria gewidmet. Das Bogenfeld des "Portals der Jungfrau" schildert die Grablegung Mariens und ihre Krönung im Himmel.

Im untersten Register sind in der Mitte zwei Engel zu sehen, der rechte trägt ein Weihrauchfass, links hält der Erzengel
Gabriel einen Lilienzweig und einen Weihwasserbehälter.

Grablegung: Bei der Bahre stehen zwei Apostel, am Kopfende der hl. Johannes, am Fußende der hl. Petrus. In der Mitte
hält Jesus die Seele Mariens (als kleine Figur dargestellt) in der linken Hand, mit der Rechten segnet er. Rechts und links von Christus kommen Engel aus den Wolken, um die Seele Mariens in Empfang zu nehmen. Aus Ehrfurcht sind ihre Hände verschleiert.

Christus krönt seine Mutter. Zwei Engel bringen die Kronen, an den Rändern knien zwei Figuren im Gebet.
Portal der Jungfrau, Kathedrale von Metz, Frankreich

Bei der Geburt hast du die Jungfräulichkeit bewahrt
und beim Entschlafen den Kosmos nicht verlassen, Gottesgebärerin.

Hinübergewandert bist du zum Leben,
da du die Mutter des LEBENS bist.

Durch deine Fürbitten nun
erlöst du vom Tod auch unsere Seelen.

(aus L. Heiser, Maria in der Christusverkündigung des orthodoxen Kirchenjahres, 302)


die "lächelnde Jungfrau" als Hauptfigur des Portals

Königin des Friedens, bitte für uns



Jetzt thront sie in der hohen Burg des Himmels. Ein Meer göttlicher Gaben strömt von ihr aus, und sie selber gießt über das dürstende Volk der Gläubigen in verschwenderischer Fülle jene Gnade aus, durch die sie alle überragt.
Sie schenkt dem Leib Gesundheit, der Seele Salbung; sie hat die Macht, vom Tod des Leibes und der Seele zu erwecken. Wer ist jemals von ihr gegangen, krank oder traurig, ohne der himmlischen Geheimnisse innezuwerden?
Wer kam nicht nach Hause, froh und glücklich, von der Mutter des Herrn erlangt zu haben, was er erbat? (...)

Die Braut, die Mutter des einzigen Bräutigms, ist überreich an hohem Gut. Gütig und liebenswert ist sie in ihrer Seligkeit. Quelle im Garten des Lebens, Brunnen lebendigen und lebenspendenden Wassers, das machtvoll vom göttlichen Libanon herabfließt. Vom Berg Zion kommt es, bis es draußen alle Völker umfließt: Ströme des Friedens und Bäche der Gnaden, die vom Himmel kommen.

Als die Jungfrau der Jungfrauen von Gott und ihrem Sohn, dem König der Könige, entrückt wurde, jubelten die Engel, freuten sich die Erzengel, der Himmel brach in Lobrufe aus, und die Weissagung des Psalmisten ging in Erfüllung: "Die Braut steht dir zur Rechten, ihr Gewand ist durchwirkt mit Gold und Perlen." (Psalm 45)

(aus der Lesehore von Maria Königin, Amadeus von Lausanne, aus einer Homilie über Maria)

Krönung Marias, Kirche der Barmherzigen Brüder, Wien

Freitag, 21. August 2015

Am Grab des hl. Papstes Pius X.



Zu seinen Schwestern hatte Pius oft gesagt: "Ich sehe einen großen Krieg." Wenn sie ihn dann mit allen möglichen Gründen aufzuheitern suchten, antwortete er: "Leider wird es zu einem großen Kriege kommen." Ähnliches sagte er auch zu seinem Staatssekretär. Während des Balkankrieges 1912-1913 äußerte er sehr bestimmt: "Das ist alles nichts im Vergleich zu dem großen Kriege, der kommen wird." Wenn der Kardinal dann meinte, das könne noch lange Zeit haben, so erklärte der Papst eindeutig: "Eminenz, bevor der Jahr 1914 vergeht."
Als am 28. Juni 1914 der österreichische Thronfolger mit seiner Gemahlin bei einem Attentat erschossen wurde, war der Papst tief erschüttert. Er erkannte mit aller Klarheit, daß der lang gefürchtete Krieg unmittelbar bevorstehe. Er versuchte alles, um ihn zu verhindern, und auf die Bitte des österreichischen Botschafters, die Waffen der Donau-Monarchie zu segnen, antwortete der Papst: "Ich segne nicht die Waffen, sondern den Frieden."
Am 2. August, als die Kriegserklärung Tatsache geworden war, richtete er ein "Mahnwort an die Katholiken der ganzen Welt", aus dem der ganze Schmerz spricht, den sein Vaterherz angesichts des Völkermordens empfand. Oft hörte man ihn in den folgenden Tagen die Worte wiederholen: "Ich möchte mein armes Leben hinopfern, um den Untergang so vieler meiner Kinder zu verhüten."
Einmal stöhnte er auf: "O dieser Krieg! Ich spüre, dieser Krieg ist mein Tod."



Leider hatte seine Ahnung ihn nicht getäuscht. Am 15. August überfiel ihn ein Unwohlsein, das sich bald verschlimmerte. Als die große Papstglocke den Römern verkündete, daß Pius im Sterben liege, füllten sich die Kirchen mit Gläubigen, die Gott um sein Leben anflehten und oft ihr eigenes zum Opfer anboten. Aber Gott hatte es anders beschlossen. Am 20. August, noch ehe der Morgen graute, gab Pius X. seine Seele in die Hand seines Schöpfers zurück. Er hatte sein Werk vollendet.
(aus: Kirch/Rodewyk, Helden des Christentums III, 430f)

Grab Pius X., Altarbild Tempelgang Mariä, Petersdom

Na, also ...

Noch müde?

Donnerstag, 20. August 2015

Handle nun, Herr - Bernhard von Clairvaux



Handle nun, Herr,
suche, den Du liebst,
damit Du auch ihn
zu einem Liebenden machst
und zu seinem Suchenden.

(Gebet von Bernhard von Clairvaux, in: Traugott Ohse, Voll Güte bist du, Herr, 45)


Bernhardsaltar, Abteikirche Heiligenkreuz

Mittwoch, 19. August 2015

Jordanus von Pisa

Jordanus wurde um 1260 in Rivalto geboren. Den Habit empfing er im Konvent der hl. Katharina zu Pisa. In Pisa wie in Florenz hat er als herausragender Prediger viele Menschen bekehrt. Er verstand es, die Fülle und Tiefe des Glaubens mit einfachen Worten in seiner italienischen Muttersprache darzulegen. Auf dem Weg nach Paris, wo er die akademischen Grade erwerben sollte, wurde er krank und starb am 19. August 1311 in Piacenca. Papst Gregor XVI. gestattete am 23. August 1833 seine Verehrung.
(Proprium des Dominikanerordens)

seliger Jordanus, S. Caterina, Pisa

Gott des Erbarmens, du hast den seligen Jordanus
durch sein vorbildliches Leben und seine Güte im Umgang mit den Menschen
zu einem würdigen Verkünder des Evangeliums gemacht.
Nach seinem Beispiel laß uns mit allen Kräften
deinem Wort und dem Heil der Menschen dienen,
damit wir den ewigen Lohn empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Tagesgebet)

Einfach so


Dienstag, 18. August 2015

Die Auffindung des heiligen Kreuzes durch Helena

Der Überlieferung nach wurde S. Croce in Gerusalemme, eine der sieben Hauptkirchen Roms, von der hl. Helena, der Mutter Konstantins des Großen, gegründet, um die Kreuzreliquien  aus dem Heiligen Land aufzubewahren. Als Schöpfer der Apsisfresken sah man lange Zeit Antoniazzo Romano (um 1435 bis etwa 1508) an. Heute schreibt man den von Kardinal Mendoza in Auftrag gegebenen Bilderzyklus eher Malern der Umbrischen Schule unter Melozzo da Forli (1438-1494) zu.

so unscharf, ich schäme mich :-(


Unter der Figur des segnenden Christus in einer Mandorla sieht man ein panoramaartiges Rundbild mit der Auffindung des Kreuzes Christi durch Helena, wie sie von der "Legenda Aurea" überliefert wird.
Das Fresko beginnt links, der Jude Juda zeigt nach anfänglichem Widerstand der Kaiserin Helena den Platz, wo das Kreuz vergraben wurde. Ganz links sieht man bereits Männer, die mit Schaufeln graben und drei Kreuze finden. Um das echte ausfindig zu machen, legt man einen eben verstorbenen Mann auf jedes der drei Kreuze. Beim dritten wird der Mann wieder lebendig.




In der Mitte des Werkes hält die Kaiserin das Kreuz Christi, Kardinal Mendoza, der Stifter des Gemäldes, kniet zu seinen Füßen.




Rechts wird der Kampf zwischen dem persischen König Chosrau II. und dem oströmischen Kaiser Heraklius um die Reliquie des hl. Kreuzes beschrieben. Nach der Eroberung Jerusalems 614 brachte sie der persische König in seine Gewalt. Heraklius besiegt ihn im Zweikampf und bringt die Reliquien zurück nach Jerusalem.


O Kreuz, strahlender als alle Gestirne, berühmt in der Welt,
allen Menschen liebenswert, heiliger als alles andere!
Du allein bist würdig gewesen, zu tragen das Lösegeld für diese Welt!
Süßes Holz, ihr süßen Nägel, süße Spitze und süße Lanze,
du Kreuz, das du eine süße Last getragen,
bewahre die heute zu deiner Ehre hier Versammelten,
die mit deinem Zeichen versehen worden sind!
(Gebet v. Kaiser Heraklius, Legenda Aurea)

Sonntag, 16. August 2015

Stephan von Ungarn

Stephanskirche, Budapest

Hochaltar mit Statue des hl. Stephan


Mein Sohn, wenn du der Königskrone Ehre machen willst, befehle und rate ich dir, den katholischen und apostolischen Glauben gewissenhaft und sorgsam zu wahren, damit du allen, die Gott dir als Untertanen anvertraut hat, ein gutes Beispiel gibst und dich alle Männer der Kirche mit Recht einen wirklichen Mann des christlichen Bekenntnisses nennen können. Denn ohne dieses Bekenntnis, dessen bin ich sicher, bist du kein Christ und kein Sohn der Kirche.

Im Königsplast hat die Kirche nach dem Glauben den zweiten Rang; denn sie wurde von Christus, unserem Haupt gegründet, dann durch seine Apostel und die heiligen Väter weiterverbreitet, gefestigt und über den ganzen Erdkreis ausgedehnt. Obgleich sie immer neue Nachkommen hervorbringt, ist sie doch an manchen Orten schon eine alte Kirche.

Doch in unserem Reich, lieber Sohn, gilt sie immer noch als ganz jung und neu. Sie braucht darum eine besondere kluge und umsichtige Betreuung. Das Gute, das Gott uns in seiner Barmherzigkeit ohne unser Verdienst gewährt hat, darfst du nicht durch Trägheit, Unlust und Nachlässigkeit zerstören.

Geliebter Sohn, Freude meines Herzens, du Hoffnung derer, die nach uns kommen, ich bitte dich und gebiete dir: sie nicht nur gütig gegen Verwandte und Angehörige, gegen Fürsten, Führer und reiche Leute, sondern auch gegen Fremde und alle, die zu dir kommen. Taten der Güte führen dich zur höchsten Glückseligkeit. Sei gnädig gegen alle, die Gewalt erleiden, und erwäge dabei immer das Beispiel des Herrn in deinem Herzen: „Liebe will ich, nicht Schlachtopfer.“ (Hos 6,6)

Habe Geduld nicht allein mit den Mächtigen, sondern auch mit den Machtlosen.

Sei stark, damit das Glück dich nicht übermütig und das Unglück nicht niedergeschlagen macht. Sei demütig, damit Gott dich erhöht, jetzt und in Zukunft. Sei maßvoll, strafe und verurteile nicht maßlos. Sei milde, damit du niemals der Gerechtigkeit widerstreitest. Sei edel und kränke keinen unbedacht. Sei schamhaft und meide üble Begierden wie den Stachel des Todes.

Aus alldem, was ich gesagt habe, setzt sich die Königskrone zusammen. Ohne all das kann niemand hier auf Erden herrschen, niemand zum ewigen Reich gelangen.
 
(Lesehore, Mahnschreiben des hl. Stephan von Ungarn an seinen Sohn)
 

Herbstbeginn



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