Donnerstag, 20. November 2014

Am Grab des hl. Korbinian in Freising


Hl. Korbinian, Freisinger Dom

Korbinian von Freising, Bischof. Korbinian wurde wahrscheinlich um 670 in Melun bei Chartres geboren. Aus Anlass einer Romreise kam Korbinian nach Bayern. Damals war er bereits Bischof. Zunächst wirkte er nahe Meran, dann ging er jedoch auf Bitten des Herzog Grimoald als Bischof nach Freising. Als Korbinian jedoch die unrechtmäßige Ehe Grimoalds mit Pilitrud verurteilte, musste er fliehen. Doch Grimoalds Nachfolger Hugibert holte Korbinian ehrenvoll zurück. Korbinian starb am 8. September um 720 oder 730.
Er gilt als der erste Bischof in Freising. Korbinian wird mit einem Bär dargestellt, der ein Lastenbündel trägt, denn die Legende erzählt, dass er auf seiner Romwallfahrt von einem Bären überfallen wurde, der sein Maultier auffraß. Daraufhin zwang der Heilige den Bären, sein Lastenbündel als Buße bis nach Rom zu tragen, was das Untier auch tatsächlich tat.

Freisinger Dom


Hl. Korbinian über dem Hauptportal

Krypta mit den Gräbern der Freisinger Heiligen

Korbinianschrein, Krypta des Freisinger Doms






Wandteppich hinter dem Schrein: Sichtbehinderung durch Absperrung :-(
Aufschrift: Guter Vater Korbinian, durch dein Gebet Frieden und Einheit über Europa



"Vielleicht darf ich bei dieser Gelegenheit einen Gedanken wieder aufgreifen, den ich in meinen kurzen Erinnerungen im Zusammenhang meiner Ernennung zum Erzbischof von München und Freising dargestellt hatte. Ich sollte ja Nachfolger des heiligen Korbinian werden und bin es geworden. An der Legende dieses Heiligen hat mich seit meiner Kindheit die Geschichte fasziniert, wonach ein Bär sein Reittier auf seiner Reise über die Alpen zerrissen hat. Korbinian verwies es ihm streng und lud ihm zur Strafe sein Gepäck auf, das er nun bis nach Rom zu schleppen hatte. So musste der Bär, beladen mit dem Bündel des Heiligen, nach Rom wandern und wurde erst dort von Korbinian freigelassen.
Als ich 1977 vor die schwierige Entscheidung gestellt wurde, die Ernennung zum Erzbischof von München und Freising anzunehmen oder nicht ... da habe ich viel nachgedacht und mich gerade an diesen Bären erinnert und an die Interpretation, die der heilige Augustinus zu Psalm 73,22 gibt. ... In diesem Psalm fragt sich der Psalmist, warum es den schlechten Menschen dieser Welt oft so gut geht und warum es so vielen guten Menschen in der Welt so schlecht geht. Dann sagt der Psalmist:
"Ich war dumm, wie ich nachdachte, ich war wie ein Stück Vieh vor dir, aber dann bin ich in den Tempel hineingegangen und habe gewusst, dass ich gerade in meinen Nöten ganz nah bei dir bin und dass du immer mit mir bist."
Augustinus hat diesen Psalm mit Liebe immer wieder aufgenommen und hat in diesem Wort: "Ich war wie ein Vieh vor dir" (iumentum im Lateinischen) die Bezeichnung für die Zugtiere gesehen, die damals in der Landwirtschaft in Nordafrika üblich waren, und er hat sich selbst in dieser Bezeichnung "iumentum" als Lasttier Gottes wiedererkannt, sich selbst darin gesehen als einen, der unter der Last seines Auftrages der "sarcina episcopalis" steht. Er hatte von sich aus das Leben eines Gelehrten gewählt und war, wie er dann sagt, von Gott zum "Zugtier" Gottes bestimmt worden - zum braven Ochsen, der den Pflug im Acker Gottes zieht, die schwere Arbeit tut, die ihm aufgetragen wird. Doch dann erkannte er: Wie das Zugtier ganz nahe bei dem Bauern ist, unter dessen Führung es arbeitet, so bin ich ganz nahe bei Gott, denn so diene ich ihm unmittelbar für das Errichten seines Reiches, für das Bauen der Kirche.
Auf dem Hintergrund der Gedanken des Bischofs von Hippo ermutigt mich der Bär immer neu, meinen Dienst mit Freude und Zuversicht zu tun - vor dreißig Jahren wie auch nun in meiner neuen Aufgabe - und Tag für Tag mein Ja zu Gott zu sagen: Ein Lasttier bin ich für dich geworden, doch gerade so bin ich "immer bei dir" (Ps 73,23).
Der Bär des heiligen Korbinian wurde in Rom freigelassen. In meinem Fall hat der Herr anders entschieden. Und so stehe ich also wieder zu Füßen der Mariensäule, um die Fürsprache und den Segen der Muttergottes zu erflehen, nicht nur für die Stadt München und auch nicht nur für das liebe Bayernland, sondern für die Kirche der ganzen Welt und für alle Menschen guten Willens."
(Papst Benedikt XVI., 9. September 2006, München)


Gebet, nicht nur für den Bischof von München und Freising

Herr Jesus Christus, du hast den heiligen Korbinian zu unseren Vätern gesandt,
uns das Wort der Wahrheit zu künden und das Brot des Lebens zu reichen.
Begleite die Kirche von München und Freising weiter mit deinem Schutz,
erhalte den Glauben lebendig und das Leben heilig,
schenke uns echte Frömmigkeit und brüderliche Liebe.

Gib unserem Bischof Mut, das Evangelium unerschrocken zu verkünden;
erhalte die Priester und Diakone in Treue zu ihrer Berufung und schenke allen,
die sich dem Dienst an den Gemeinden verpflichtet haben, Ausdauer und Freude.
Mache unsere Familien zu Heimstätten christlichen Glaubens,
damit deine frohe Botschaft der kommenden Generation weitergegeben wird.

Und wenn wir, wie der heilige Korbinian,
wegen der Treue zu deinen Geboten verlacht und verkannt werden,
dann gib uns die Kraft, mit dir das Kreuz zu tragen, für das Leben der Welt.
(Quelle

Mittwoch, 19. November 2014

Juwelen

die schwimmen:








Elisabeth von Ungarn

Hl. Elisabeth, Hochaltar im Martinsdom, Bratislava



Elisabeth von Thüringen, Landgräfin, Witwe und Apostelin der Nächstenliebe. Elisabeth
wurde 1207 in Ungarn geboren, sie war die Tochter König Andreas II. von Ungarn und seiner Gemahlin Gertrud von Andechs. Im Alter von einem Jahr wurde sie mit dem späteren Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen verlobt und als vierjähriges Mädchen nach Thüringen gebracht, wo sie von der frommen Landgräfin Sophie erzogen wurde.
1221 heiratete die vierzehnjährige Elisabeth Ludwig und schenkte ihm in glücklicher Ehe drei Kinder, den späteren Landgrafen Hermann, Sophie, die Herzogin von Brabant wurde, und Gertrud,
nachher Meisterin von Altenberg. Als 1225 die ersten Franziskaner nach Eisenach kamen, übte deren Ideal befreiter Besitzlosigkeit großen Einfluss auf Elisabeth aus. Elisabeth kümmerte sich persönlich um Bedürftige und besuchte Arme. Sie wurde von ihrem Mann unterstützt, von der übrigen Familie jedoch skeptisch betrachtet und verleumdet. Als Ludwig bei dem Kreuzzug Kaiser Friedrichs II. am 11. Juli 1227 in Italien starb, wurde sie von ihrem Schwager sofort ihres Erbes beraubt. Die 20-jährige Witwe geriet in größte Not und musste die Wartburg verlassen. Erst der Druck ihrer Verwandten und ihres Beichtvater Bischof Konrad von Marburg zwangen den Schwager, der Witwe die rechtmäßige Abfindung zu geben. Mit diesen Gütern gründete Elisabeth ein Spital in Marburg, wo sie die Armen und Kranken pflegte. 1228 legte Elisabeth das Gelübde der Armut und Weltentsagung ab und wurde Franziskanerterziarin. Unter tiefster Selbsterniedrigung lebte sie nur noch den Werken der Buße und der Nächstenliebe.
Elisabeth starb im Alter von nur 24 Jahren am 17. November 1231 und wurde am 19. desselben Monats im Franziskushospital beigesetzt. Sie wurde bereits vier Jahre später im Beisein des Stauferkaisers Friedrich II. heilig gesprochen.
Ihre Gebeine wurden in einem kostbaren Schrein aufbewahrt. Der neugläubige Landgraf Philipp von Hessen wollte ihre Verehrung 1539 beenden und entwendete die Reliquien, die seither verschollen sind. Das Haupt war schon früher dem Schrein entnommen worden, es befindet sich heute in Wien. Elisabeth wird dargestellt als junge Fürstin mit einem Korb voller Rosen, oder wie sie Armen Almosen spendet.
(Martyrologium Sancrucense)

Martinsdom, Bratislava


Hl. Elisabeth, 2 Figur von links, Martinsdom




"Elisabeth praktizierte mit ihrer ganzen Kraft die Werke der Barmherzigkeit: Sie gab jedem zu trinken und zu essen, der an ihre Tore klopfte, kleidete die Nackten, zahlte die Schulden, kümmerte sich um die Kranken und begrub die Toten. Oft verließ sie das Schloss, begab sich selber mit ihren Dienerinnen in die Häuser der Armen und brachte ihnen Brot, Fleisch, Mehl und andere Lebensmittel. Sie gab die Nahrungsmittel persönlich aus und kontrollierte aufmerksam die Kleidung und Lager der Armen. Dieses Verhalten wurde ihrem Mann berichtet, der nicht nur unbekümmert war, sondern den Verleumdern entgegnete: „Solange sie mein Schloss nicht verkauft, bin ich glücklich!". In diesem Kontext spielte sich auch das Wunder der Verwandlung von Brot in Rosen ab: während Elisabeth auf der Straße ging, ihre Schürze voller Brot für die Armen, traf sie ihrem Mann, der sie fragte, was sie trüge. Sie öffnete ihre Schürzte und statt Brot enthielt sie wunderschöne Rosen. Dieses Symbol der Nächstenliebe ist oft bei den Darstellungen der hl. Elisabeth zu sehen." (...)





"Liebe Brüder und Schwestern, in der Gestalt der hl. Elisabeth sehen wir, wie der Glaube und die Freundschaft mit Christus den Sinn für Gerechtigkeit erzeugen, für die Gleichheit aller, für die Rechte der anderen, und die Liebe erwachsen lassen, die Nächstenliebe. Aus dieser Nächstenliebe erwächst dann  die Hoffnung, die Sicherheit, dass wir von Christus geliebt werden und dass die Liebe Christi uns erwartet. Und so werden wir fähig, Christus nachzuahmen, Christus in den anderen zu sehen. Die heilige Elisabeth lädt uns ein, Christus zu entdecken und Christus zu lieben, um den Glauben zu haben und so die wahre Gerechtigkeit zu finden, die Liebe und die Freude, dass wir eines Tages in die unendliche Liebe Gottes eingehen werden, in der Freude der Ewigkeit mit Gott."

( Papst Benedikt XVI. in der Generalaudienz vom 20.10.2010, vollständiger Text)


Dienstag, 18. November 2014

Weihetag der Basiliken St. Peter und St. Paul zu Rom




Weihetag der Basilika des hl. Petrus in Rom. Kaiser Konstantin der Große ließ 323 mit dem Bau einer fünfschiffigen Basilika über dem Grab des Apostels Petrus am Fuße des Vatikanhügels beginnen. Der südliche Teil der Basilika erhebt sich über dem Zirkus, in dem Petrus unter Kaiser Nero den Tod gefunden hat. Das Grab des Apostelfürsten befindet sich unter dem Hauptaltar, der über der Via Cornelia gebaut ist. Zeugnisse früher Verehrung des Petrusgrabes wurden unter Pius XII. in der Mitte des 20. Jahrhunderts ausgegraben.
Die konstantinische Basilika hat der Überlieferung nach Papst Silvester I. am 18. November 326 geweiht, fertiggestellt wurde sie wohl erst lange nach dem Tod Konstantins in der Mitte des 4. Jahrhunderts. Da die konstantinische Basilika besonders während des Avignoner Exils baufällig geworden war, begann man ab 1450 mit Renovierungsarbeiten.
Schließlich legte Papst Julius II. 1506 den Grundstein für einen völligen Neubau der Basilika und ließ die 1200 Jahre alte Basilika demolieren. Der heutige Petersdom wurde von Bramante geplant und unter Michelangelo fortgeführt, er wurde in einem Zeitraum von über 100 Jahren errichtet. Die neue Basilika über dem Grab des Apostelfürsten Petrus wurde die größte Kirche der Christenheit. Urban VIII. weihte den Petersdom auf den Tag genau 1300 Jahre nach der Weihe der konstantinischen Basilika, am 18. November 1626.





Schlüsselübergabe an Petrus, Fassade des Petersdoms


Confessio und Grab des hl. Petrus unter dem Altar







Weihetag der Basilika Sankt Paul vor den Mauern. Schon im Jahre 200 wird eine „cella memoriae“ an der Via Ostia als Begräbnisstätte des Apostels Paulus genannt. Konstantin ließ hier außerhalb der Stadtmauern Roms 324 eine Basilika erbauen, die Kaiser Theodosius fünfzig Jahre später zu einer fünfschiffigen Basilika vergrößerte.
Die prachtvolle Kirche wurde erst unter Leo dem Großen vollendet. 937 übergab sie der Patrizier Alberich II. dem in Rom weilenden Abt Odo von Cluny zur Obsorge, seither wird Sankt Paul von Benediktinern betreut, die im 13. Jahrhundert ein Kloster errichteten. Im Juli 1823 vernichtete ein verheerender Brand die konstantinische Basilika und den Großteil der Kunstschätze. Nur die Apsis mit Mosaiken aus dem 5. und 13. Jahrhundert blieb original erhalten.
Sankt Paul vor den Mauern wurde in 30 Jahren wieder aufgebaut und am 10. Dezember 1954 von Pius IX. neu geweiht. In der Basilika des hl. Paulus befinden sich die Mosaikportraits aller Päpste, hier kündigte Johannes XXIII. am 25. Jänner 1959, dem Fest der Bekehrung Pauli, dieEinberufung des 21. Ökumenischen Konzils an.

(Martyrologium Sancrucense)

Vorhof und Fassade der Basilika St. Paul vor den Mauern,

Im Giebelbild der Fassade sieht man Christus, flankiert von den Aposteln Petrus und Paulus. Im Mittelstreifen die traditionelle Darstellung des göttlichen Lammes auf dem Paradieseshügel - ihm entspringen die vier Flüsse, an denen zwölf, aus den heiligen Städten gekommene Schafe ihren Durst stillen. Die Felder zwischen den Fenstern werden von mächtigen Prophetenfiguren eingenommen.



Achtzig Granitsäulen teilen das Kircheninnere in fünf Schiffe

Grab des hl. Paulus

Confessio und Ziborium

Holzfigur des hl. Paulus in der Sakramentskapelle (Kreuzkapelle),
die wegen der Gewohnheit der Pilger, Bruchstücke als Erinnerungsreliquien
mitzunehmen, stark beschädigt ist.

Ewiger Gott,
steh deiner Kirche bei
und bewahre sie
unter dem Schutz der Apostel Petrus und Paulus,
von denen sie den Glauben
und das Leben in Christus empfangen hat.
Lass sie wachsen in deiner Gnade
bis ans Ende der Zeiten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
 
(Tagesgebet)