Sonntag, 6. Juli 2014

Das Martyrium der hl. Maria Goretti

Maria Goretti, jugendliche Märtyrin. Maria Goretti wurde am 16. Oktober 1890 zu Corinaldo
westlich von Ancona geboren. Sie war die Tochter einer armen, kinderreichen Landarbeiterfamilie
und lebte mit ihren Angehörigen seit 1899 in dem Dorf Ferriere di Conca bei Nettuno. Mit zehn Jahren verlor sie den Vater. Nun versorgte sie ihre jüngeren Geschwister, damit die Mutter durch Feldarbeit Geld verdienen konnte. Der Sohn einer im selben Haus wohnenden Familie stellte Maria nach. Da diese sich energisch gegen seine Zumutungen wehrte, tötete er sie am 5. Juli 1902 durch vierzehn Messerstiche. Sterbend verzieh sie ihrem Mörder. Die Heiligsprechung erfolgte am 24. Juni 1950 in Gegenwart ihrer Mutter und ihres Mörders, der nach seiner Bekehrung im Gefängnis 1928 Laienbruder bei den Kapuzinern geworden war. Maria Goretti wird als junges Mädchen mit Lilie und Märtyrerpalme dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)

rechts das Haus der Familie Goretti, in dem Maria (Marietta) ermordet wurde






Die Küche, in der Maria ermordete wurde, baute man später zu einer Kapelle um.


Stelle, an der Maria ihr Martyrium erlitt




links: die Heilige vergibt im Gespräch mit dem Priester ihrem Mörder, rechts: Maria Goretti beim Gebet

Am 29. September 1991 besuchte Papst Johannes Paul II die kleine Ortschaft Le Ferriere in der Nähe von Nettuno südlich von Rom, wo Maria Goretti mit ihrer Familie in der "Cascina antica" (einer alten Meierei, also einem landwirtschaftlichen Anwesen) gelebt und am 5. Juli 1902 dem Versucher widerstanden hatte. Anlass des Besuchs war der Abschluss des Jubliäumsjahres der Geburt der Heiligen vor 100 Jahren - am 16.10.1890. Der Reliquienschrein war aus Nettuno hierhin gebracht worden - die ehemalige Wohnung der Familie Goretti ist eine Gedenkstätte mit einem Oratorium. Der Papst hatte davor gebetet und sich dann in das Besucherbuch eingetragen - was er als Weihbischof von Krakau schon einmal getan hatte: Am 22.11.1962, am Beginn des 2. Vatikanischen Konzils, schrieb er in Latein einen kurzen Satz zu Ehren der Patronin der "unbesiegten Keuschheit" in das Besucherbuch ein. (Quelle der Texte)


Der Hl. Vater sprach dann zu den in Le Ferriere versammelten Gläubigen:

"Ich bin hier in eure Mitte, nach Le Ferriere di Conca im sogenannten "Pontinischen Acker", gekommen, um Maria Goretti zu verehren, das Mädchen, das fähig war, mit dem Opfer seines Lebens CHRISTUS dem HERRN ... seine rückhaltlose Treue zu beweisen. Hundert Jahre nach der Geburt dieses Mädchens bin ich als Pilger gekommen, um den Dank der Kirche an den himmlischen VATER für den heroischen Glauben dieser jungen Märtyrin zu erneuern, die Papst Pius XII. am Tag ihrer feierlichen Aufnahme unter die glorreichen Heiligen als "heilige Agnes des 20. Jahrhunderts" bezeichnete. Maria Goretti ahmte die Jungfräulichkeit der ersten christlichen Jahrhunderte nach und nahm, um ihre Jungfräulichkeit unversehrt zu bewahren, den Tod auf sich.
So wird ein Bauernmädchen zum echten Vorbild für uns: zum Vorbild christlichen Lebens und echter Heiligkeit. Eure Landsmännin - wir können sie wohl als solche bezeichnen, da sie, obwohl in Corinaldo in der Provinz Ancona geboren, hier lebte und hier ihr Opfer vollendete - hat ja, JESUS nachahmend, dem Namen des HERRN Ehre erwiesen, indem sie mit ihrem Blut für die Wunder GOTTES Zeugnis ablegte, der in den Schwachen Seine Macht offenbart und den Hilflosen die Kraft des Martyriums verleiht...
Im Gedenken an Maria Goretti gilt nun euch allen, die ihr um ihr bescheidenes, heute renoviertes und zum Ziel zahlreicher Pilgerfahrten gewordenes Heim versammelt seid, meine herzliche Aufmerksamkeit... Ich grüße... die Passionistenpatres, denen die Pfarrseelsorge in Le Ferriere und am Heiligtum von Nettuno anvertraut ist. Ich begrüße die Passionistinnen vom hl. Johannes vom Kreuz, die das Haus Maria Gorettis bewahren, das heute ein Zentrum des Gebetes und des geistlichen Lebens ist. Mit Freude habe ich erfahren, dass die Zahl der Pilger, die, aus Italien und aus dem Ausland kommend, um Maria Goretti an der Stätte ihres Martyriums zu verehren, in den letzten Jahren zugenommen hat...
Mein herzlicher Gruß gilt jedoch vor allem euch, den Bewohnern dieses Weilers und der angrenzenden Ortschaften. Die Erinnerung an dieses Mädchen, das in viel härteren Zeiten lebte, als es die heutigen sind, das die Schwierigkeiten eines armen, von der erschöpfenden und harten Feldarbeit gezeichneten, aber fest in den edlen Traditionen der Familie und in den grundlegenden menschlichen und christlichen Werten verankerten Lebens kannte, ist heute noch unter euch lebendig. Maria Gorettis Beispiel folgend, sollt auch ihr diesen Werten treu bleiben: der Achtung für das Leben, der gegenseitigen Solidarität, der Bereitschaft zur Gastfreundschaft und zur Aufnahme der Einwanderer, der Liebe zum Gesetz GOTTES und der heiligen GOTTESfurcht. Dies ist das wertvolle Erbe, das ihr von euren Vorfahren übernommen habt, die, ebenso wie die Familie Goretti, aus anderen Regionen Italiens hier eingewandert waren.
Habt stets das Zeugnis der kleinen Maria vor Augen... Als Vorbild im Martyrium hilft Maria Goretti, nachdem sie ihrem Mörder den Weg der christlichen Tugend gewiesen hat, noch heute allen, die das Evangelium mit seinen strengen, aber befreienden sittlichen Forderungen annehmen wollen. Ganz besonders ermutigt sie euch, liebe Kinder und Jugendliche; sie schenkt allen, die sich im Kampf gegen das Böse und in der Suche nach dem wahren Guten sowie im echten Verlangen nach CHRISTUS an sie wenden, neue Kraft.

Patene, Le Ferriere

Hl. Maria Goretti, du treue Märtyrin, du leuchtendes Vorbild der Alltagsheiligkeit, mit dem glorreichen Siegel des geopferten LAMMES bezeichnet, hilf allen; hilf vor allem den jungen Menschen, die deinen Heroismus bewundern und deinen Eifer im Glauben und deine Sittenreinheit nachahmen wollen."

Geschenk von Johannes Paul II. anlässlich seines Besuches

Es folgte am Nachmittag eine Begegnung mit Priestern und Ordensleuten in der Kathedrale San Marco, bei der der Papst folgende Worte sagte:

"Das Leben Maria Gorettis... ist ein beredtes Zeugnis christlicher Konsequenz und einzigartiger Heiligkeit, hervorgegangen aus einer weisen, von den Werten des Evangeliums geleiteten häuslichen Erziehung. Ihr Leben war arm und opfervoll, aber wie fruchtbar an hochherziger Hingabe an GOTT und Seine Gebote!...
In Maria Goretti ehren wir die unbesiegbare Macht der GÖTTlichen Gnade, die "den Wehrlosen die Kraft zum Martyrium schenkt", und mit JESUS können wir im Geist aufjubeln zum Lob des VATERS: "Ich preise Dich, VATER, HERR des Himmels und der Erde, weil Du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, VATER, so hat es Dir gefallen" (Mt 11,25-26).
Wie es schon in Maria von Nazareth geschah, wie es sich in so sehr vielen anderen treuen Dienerinnen und Dienern des HERRN im Lauf der Jahrhunderte erwiesen hat, so konnte auch in Maria Goretti der HEILIGE GEIST in die Tiefe wirken, weil Er ein demütiges Herz voll des Glaubens gefunden hat. Der Glaube nämlich ist es, der das Leben dieses jungen Mädchens erklärt, das, mit nur zwölf Jahren, den Tod vorzieht, statt sich der Gewalt zu beugen. Ohne den Glauben wird die Gestalt Maria Gorettis farblos oder, schlimmer, sie wird in abwertende und zweideutige Schablonen gepresst...
In Maria Goretti begegnen wir einem reifen, ganz festen Glauben, aufgrund dessen sie ihre Reinheit verteidigt in dem Wissen, ganz und gar CHRISTUS zu gehören. Sie weiß gut, dass ihr Leib ein Tempel des HL. GEISTES ist und dass, wenn sie der Versuchung nachgäbe, der Bund der Treue zum HERRN, die sie im Gebet so oft bekräftigt hat, gebrochen würde. Durch die Sünde trennt man sich ja von GOTT, unserem einzigen Gut, und entscheidet sich für die "Idole", die Götzen, die zum Tod führen; und so geht man also der Hölle, der ewigen Verdammnis, entgegen...
Liebe Brüder und Schwestern, das Beispiel dieses Mädchens, das mit zwölf Jahren die Gnade des Martyriums erhielt, möge stets vor euch und eurem apostolischen Einsatz stehen. Seid wie sie Menschen tiefen Glaubens und vollkommener Hingabe an GOTT, der euch berufen hat, Heilige und unerschrockene Boten des Evangeliums zu sein. CHRISTUS braucht eure volle Verfügbarkeit, um in euch zu wirken und um durch den pastoralen Dienst, den Er euch anvertraut hat, im Herzen all derer zu wirken, die euch jeden Tag begegnen.
Gewiss sind nicht alle berufen, wie Maria Goretti das Martyrium zu erleiden, aber von jedem wird verlangt, nach der vollen Erfüllung der christlichen Tugend zu streben. Diese Askese des Geistes erfordert Stärke, beständige Aufmerksamkeit und mutigen Verzicht auf weltliche Ideale. Es handelt sich um die Aufgabe, täglich wach zu sein und auf keinen Fall davon abzulassen, sondern jeden Tag wieder anzufangen, bis zum Ende unseres irdischen Weges. Es ist ein Kampf mit sich selbst, der einem langsamen und lang währenden Martyrium ähnlich werden kann. Das Evangelium mahnt uns mit klaren und bestimmten Worten dazu: "Dem Himmelreich wird Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich" (Mt 11,12)...".




Statue der hl. Maria Goretti, errichtet anlässlich ihres 100. Geburtstages

Novene zur hl. Maria Goretti

Dienstag, 1. Juli 2014

Schon ein kleiner Tropfen sühnet alle Schuld


Gleich dem Pelikane starbst du, Jesu mein;
wasch in deinem Blute mich von Sünden rein.
Schon ein kleiner Tropfen sühnet alle Schuld,
bringt der ganzen Erde Gottes Heil und Huld.
(Thomas von Aquin, Adoro te devote)

Darstellung des Pelikan, Chorgestühl im Martinsdom, Bratislava

Eine Hinführung zur Verehrung des Blutes Christi im Monat Juli findet ihr hier.
Beten wir in diesem Monat zu Ehren des für uns vergossenen Blutes Christi täglich die

Litanei vom kostbaren Blut.

Herr, erbarme dich unser!
Christus, erbarme dich unser!
Herr, erbarme dich unser!

Christus, höre uns!
Christus, erhöre uns!

Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser!
Gott Sohn, Erlöser der Welt, ...
Gott Heiliger Geist, ...
Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, ...

Blut Christi, des Eingeborenen des ewigen Vaters, rette uns!
Blut Christi, des menschgewordenen Wortes Gottes, ...
Blut Christi, des neuen und ewigen Bundes, ...
Blut Christi, in der Todesangst zur Erde geronnen, ...
Blut Christi, bei der Geißelung vergossen, ...
Blut Christi, bei der Dornenkrönung verströmt, ...
Blut Christi, am Kreuze ausgegossen, ...
Blut Christi, Kaufpreis unseres Heils, ...
Blut Christi, einzige Vergebung der Sünden, ...
Blut Christi, im Altarssakrament Trank und Reinigung der Seelen, ...
Blut Christi, Strom der Barmherzigkeit, ...
Blut Christi, Besieger aller bösen Geister, ...
Blut Christi, Starkmut der Märtyrer, ...
Blut Christi, Kraft der Bekenner, ...
Blut Christi, Lebensquell der Jungfrauen, ...
Blut Christi, Stütze der Gefährdeten, ...
Blut Christi, Linderung der Leidenden, ...
Blut Christi, Trost der Weinenden, ...
Blut Christi, Hoffnung der Büßenden, ...
Blut Christi, Zuflucht der Sterbenden, ...
Blut Christi, Friede und Wonne aller Herzen, ...
Blut Christi, Unterpfand des ewigen Lebens, ...
Blut Christi, Erlösung aus den Tiefen des Reinigungsortes, ...
Blut Christi, aller Herrlichkeit und Ehre überaus würdig, ...

Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, verschone uns o Herr!
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, erhöre uns o Herr!
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, erbarme dich unser, o Herr!

V. Du hast uns erlöst, o Herr, in deinem Blute.
A. Und zu deinem Gottesreich gemacht.

Lasset uns beten!
Allmächtiger, ewiger Gott, du hast deinen neugeborenen Sohn zum Erlöser der Welt eingesetzt und wolltest durch sein Blut dich versöhnen lassen, so lass uns denn, wir bitten dich, den Lösepreis unseres Helles verehren und durch seine Kraft vor den Übeln dieses Lebens auf Erden beschirmt werden, so dass wir uns im Himmel ewig seiner Frucht erfreuen dürfen. Durch denselben Christus, unseren Herrn. Amen.

Samstag, 28. Juni 2014

Unbeflecktes Herz Mariä

Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht?
Wußtet ihr nicht, daß ich in dem sein muß, was meinem Vater gehört?
Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte.
Dann kehrte er mit ihnen nach Nazareth zurück und war ihnen gehorsam.
Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen.

(aus dem Evangelium des heutigen Gedenktages, Lk 2,41-51)

Auffindung Jesu im Tempel, Notre Dame de Paris, Paris

Ja, selig das Herz der Jungfau,
das durch die Einwohnung und Führung des Heiligen Geistes
allezeit und in allem
dem Befehl des Wortes Gottes gehorchte.

(Laurentius Justinianus,
aus der 1. Lesung der Lesehore d. Gedenktages)

Freitag, 27. Juni 2014

Am Grab der hl. Hemma von Gurk

Dom zu Gurk


Hemma (Emma), Gräfin von Friesach-Zeltschach, geboren um 980, mit dem Grafen Wilhelm von der Sann verheiratet, schien zu Glück und Ehre berufen. Aber durch unglückliche Umstände verlor sie früh ihren Mann und ihre zwei Söhne. Sie nahm ihr hartes Geschick als Fügung Gottes an und benützte ihr Vermögen und den Rest ihres Lebens, um Gutes zu tun. Sie wurde dem Volk von Kärnten eine sorgende Mutter. Auf ihrem Besitz stiftete sie das Doppelkloster Gurk; auch das Kloster Admont verehrt sie als Stifterin. Sie starb 1045 in Gurk. Ihre Verehrung wurde 1938 kirchlich bestätigt. (Schott)




Lange vor der Seligsprechung (1287) der hl. Hemma widmete man ihr ein großes Mausoleum in Form einer 100-säuligen Krypta. 1174 wurden ihre Gebeine in die Krypta übertragen.

"Gebannt blickt der Besucher auf den an Moscheen erinnernden Säulenwald, in dem die Einzelsäule, mit wenigen Ausnahmen, durchaus schlicht gebildet ist, der jedoch gleichsam mit den vielen Kreuzgewölbeeinheiten und im Wechsel mit sechs massiven Rechteckpfeilern fantastische Lichtschattenspiele und sehr abwechslungsreiche Ausblicke bietet."



Das Hemmagrab ist durch ein kunstvoll geschmiedetes Gitter abgegrenzt und zudem an der Decke durch fein gezeichneten Stuck ausgezeichnet.


Im Zentrum steht die barocke Ummantelung des Hemmasarkophages (ab 1720) durch den barock geschwungenen Altartisch in rotem Marmor und vor allem durch die darüber gesetzte Figurenszene des Hemmatodes.



"Die Altarszene zeigt die über ein hohes Bett gelagerte Hemma mit gefalteten Händen, im Vordergrund begleitet von  einer Nonne mit aufgeschlagenem Gebetbuch und einer am Boden hockenden Klagefrau. Vor der Draperie des Hintergrundes gesellt sich dazu eine Nonne in der Pose verzweifelter Trauer, die von einer weiteren in entschiedener Gestik nach oben zur sakralen Sphäre der Hoffnung verwiesen wird, während eine weitere sich der Klage hingibt."






Wallfahrtsgebet zur hl. Hemma (Quelle)

Heilige Hemma, siehe, von weit her bin ich gekommen, um an deinem Grab zu beten.
Wie glücklich bin ich, hier zu verweilen, um dir meine Anliegen vorzutragen.
Ich weiß ja in dir eine große Fürsprecherin bei Gott.
In Seinen Heiligen ist Er verherrlicht, in ihnen offenbaren sich uns Seine Liebe, Güte und Weisheit.

Viele irdische Sorgen bedrücken mich.
Ich will sie vertrauend in deine Hände legen, damit du sie dem Heiland weitergeben mögest.
Auch du hast ja dein Leben lang alles dem Herrn überlassen,
und so will auch ich mit dir sagen: "In allen Dingen soll Gottes Wille an mir geschehen."

Doch das größte Anliegen sei mir mein ewiges Heil.
Aber nicht immer finde ich den Weg zu den heiligen Tugenden.
Demut und Liebe zu üben, fällt mir oft schwer.
Verhilf du mir dazu, heilige Hemma!
Siehe, viel Not und Unheil sind in dieser Welt,
und viele Menschen, die ich kenne, leben ohne Freude.

Lasse mich in dir ein Beispiel sehen, dem ich nacheifere,
damit auch ich dem Nächsten Licht bin, wie du ein Licht warst so vielen Bedrängten.
Eine Unmenge Haß ist auf dieser Erde.
Wir rufen zu dir, heilige Hemma, und wollen von dir lernen,
auch das Bittere, das uns angetan wird, zu vergeben und zu vergessen. Amen!



Votivbilder auf Blechtafeln gemalt schildern Gebetserhörungen

Zwei Puttengestalten und die Darstellungen der weiblichen Symbolgestalten von Glaube (mit dünn verschleiertem Haupt, rechts) und Hoffnung (mit empor gerichtetem Blick, links) vervollständigen das Altarensemble.
Erst 1925 war durch das Aufschneiden des Altartisches wiederum der romanische Sarkophag mit den Kopfstützen zum Vorschein gelangt.

(vgl. Dom zu Gurk, Peda-Kunstführer, 2012)

Hemmagrab in der Krypta, Dom zu Gurk



Barmherziger Gott, du lenkst unsere Wege.
In schwerer Zeit hat die heilige Hemma (als Landesmutter von Kärnten)
für die Bedrückten und Armen gesorgt.
Gib auch uns die Kraft, in der Not nicht zu verzweifeln,
sondern auf dich zu schauen und Gutes zu tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

(Tagesgebet)

Donnerstag, 26. Juni 2014

Johannes und Paulus, Märtyrer

Johannes und Paulus, frühchristliche Märtyrer. Johannes und Paulus werden seit dem 6.
Jahrhundert in Rom als Märtyrer verehrt. Sie werden im römischen Messkanon genannt.
Die Historiker können über Art, Ort und Zeit des Martyriums nichts Sicheres sagen, die
Legende weiß jedoch, dass Johannes und Paulus Brüder waren, die hohe Beamtenstellungen
am Hofe Kaiser Konstantins innehatten. Als Kaiser Julianus Apóstata, der von 361 bis
363 regierte, die Christen wieder zu verfolgen begann, ließ er Johannes und Paulus in ihrem
Haus auf dem Caelius enthaupten. Sie wurden ebendort begraben und ihnen wurde auf dem
Monte Caelio eine Kirche geweiht. Johannes und Paulus werden als römische Palastbeamte
oder Ritter mit Schwert und Palme dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)

Santi Giovanni e Paolo, Rom, Grabstätte des hl. Paul vom Kreuz und der Märtyrer Johannes u. Paulus



Die Kirche Santi Giovanni e Paolo erhebt sich über den Überresten des Wohnhauses der beiden Offiziere Johannes und Paulus, die wegen ihres Glaubens hingerichtet und in ihrem Haus begraben wurden.

Die Fassade ist untergliedert in einen Porticus, der von acht Säulen getragen wird, und in ein oberes Pentaforium mit Marmorsäulen aus der Kaiserzeit.

Der romanische Glockenturm, dessen letzte sechs Geschosse mit vielfarbigen Keramikschüsseln verziert sind, ruht auf einem Sockel aus Travertinblöcken, Überbleibsel des Claudiustempels.
(aus: Pilger in Rom, Kunstführer, 175)




Das z. T. noch antike Pflaster (Clivus Scauri) hinuntergehend, nimmt man rechts unterhalb der frühmittelalterlichen Stützbogen, welche die Straße überspannen, sechs in die Wand eingelassene Bogen wahr, die zu einem Wohn- und einem Geschäftshaus  aus der 2. Hälfte des 2. Jh. n. Chr. gehören.





Im dreischiffigen Innenraum zeigt das von Pomerancio (1588) gemalte Apsisfresko den verherrlichten Auferstandenen.

Apsisfresko mit dem "versteckten" Auferstandenen

Die Bilder im Altarraum zeigen Leben und Sterben der beiden Märtyrer.






Die römischen Märtyrer mit der Inschrift "VERE GERMANI"?